Patienteninformation

 

Thermographie

beschreibt die Erfassung von passiv emittierter Infrarotstrahlung und deren bildliche Darstellung. Die Bilder sind farbcodiert, um die relative Intensität der abgestrahlten Energie und damit der Temperatur, gemäß den Stefan-Boltzmann-Gesetzen zu repräsentieren.
Die Wärmebildtechnik liefert eine hochgenaue (Auflösung <0,02 ° C) zweidimensionale und berührungslose Methode zur Demonstration der Temperaturverteilung. Es gibt bislang nur wenige Publikationen für die Verwendung trotz eines offensichtlichen Potentials, die kutane Mikrozirkulation zu überwachen.
Die Empfindlichkeit erlaubt eine Quantifizierung der Hauttemperaturgradienten und somit der zugrundeliegenden Mikrozirkulation; dies schließt die Fähigkeit ein, “thermische Fleckenbildung” zu erkennen, bevor sie dem bloßen Auge des Klinikers offensichtlich ist.

Die Thermografie ermöglicht eine Darstellung der Infrarotstrahlung der Körperoberfläche bis in eine Tiefe von 4 bis 5 mm.

Hiermit gibt sie uns eine nicht invasive leicht anzuwendende Diagnostik bezüglich der Mikrozirkulation der Körperoberfläche. Es können latente als auch manifeste akrale Ischämie Syndrome qualitativ und quantitativ erfasst werden. Eine weitere Domäne der Thermografie ist die Analyse von Wundheilungsstörung / Ulzerationen auf Perfusion und somit die Möglichkeit der Differenzierung von avitalem und vitalem Gewebsarealen.

Es gilt zwischen Mikro- und Makrothermografie zu unterscheiden. Die Mikrothermografie ist ein Verfahren der Mikroskopie sie ermöglicht eine hochauflösende Darstellung der Infrarotspektren auf Mikrozirkulatorischer Ebene. Die Makrothermografie gibt es als Übersichts-Thermografie (OTM) zur Beurteilung von Körperpartien “als Ganzes”, die Fingerthermografie gesondert für die Darstellung der Finger, die Zehenthermografie gesondert für die Darstellung der Zehen. Eine Sonderstellung hat die Ulcusthermographie (UTM: Ulcusthermomapping). Hierbei wird eine Ulzeration / Gewebsdefekt als Übersichtsaufnahme dargestellt, ggf. gezielt interpoliert als interpoliertes Ulcusthermomapping (intUTM). Ein interpoliertes Ulcusthermomapping ist auf das Temperaturintervall beschränkt, welches lediglich die Ulzeration / Gewebsdefekt nicht die Umgebung darstellt.

die Übersichts-Thermografie (OTM)  (Bsp.: latentes Raynaud-Phänomen)

die Fingerthermografie (Bsp.: latentes Raynaud-Phänomen)

Ulcusthermographie (UTM: Ulcusthermomapping)

interpoliertes Ulcusthermomapping (intUTM)

computerunterstützte Befundung und Analyse von Wundheilungsstörung / Ulzerationen auf Perfusion, Differenzierung von avitalem und vitalem Gewebsarealen.

 

 

Kapillarmikroskopie

Die HDMI-Kapillarmikroskopie beurteilt durch eine lichtmikroskopische Einrichtung den Aufbau der Kapillaren in der Haut. Dazu eignet sich z.B.: die Nagelfalz der Finger, aber auch der Füße, denn hier sind die kleinsten Blutgefäße in ihrer ganzen Architektur beurteilbar. So können organische Kapillarschädigungen oder -erkrankungen (strukturelle Veränderungen) erkannt werden, insbesondere in der Diagnostik von entzündlichen Bindegewebserkrankungen (z.Bsp. Sklerodermie) oder in der Diagnostik von entzündlichen Gefäßerkrankungen spielt dieses Verfahren eine wichtige diagnostische Rolle. Diese können von funktionellen Störungen differenziert werden. Darüber hinaus ist der Schweregrad einer Hautdurchblutungsstörung zu erfassen, somit ist das Risiko und die Prognose von Hautschädigungen abzuschätzen.

Die Beurteilung der kleinsten Gefäße (Kapillaren), also der Mikrozirkulation, gelingt nicht mit den üblicherweise in der Angiologie verwendeten Untersuchungsgeräten (Ultraschall-Doppler, Duplexsonographie, Oszillographie).

Übersichts-HDMI-Kapillarmikroskopie der Nagelfalz der Finger

200x-HDMI-Kapillarmikroskopie von Kapillaren der Nagelfalz der Finger

Beispiel: strukturelle Veränderungen im Rahmen einer sklerodermen Transmorphose der Mikrozirkulation bei Lupus erythematodes

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